Der Berufungsausschuss hat bei der Beurteilung einer Frage, ob Gründe der vertragsärztlichen Versorgung einer Praxisverlegung entgegenstehen bzw. diese zulassen, auch trotz des bestehenden Beurteilungsspielraums immer die Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung zu berücksichtigen. Dies kann zur Folge haben, dass eine Veränderung der Sach- und Rechtslage im Rahmen des Antragsverfahrens auch zwischen der Entscheidung des Zulassungsausschusses und der späteren Entscheidung des Berufungsausschusses unterschiedliche Ergebnisse rechtfertigen.

Insbesondere eine Änderung der Bedarfsplanung bzw. der rechtlichen Rahmenbedingungen kann hier zu vollkommen anderen Entscheidungen führen (vgl. LSozG Hessen, Urt. v. 06.06.2018, Az. L 4 KA 1/17).