Die Vermutung, dass eine nicht in den Behandlungsunterlagen dokumentierte Untersuchung auch nicht erfolgt ist, kann der Arzt auch im Rahmen einer Parteianhörung entkräften; einer Parteivernehmung bedarf es nicht. Wenn feststeht, dass es überhaupt eine Untersuchung gegeben hat, reicht es aus, wenn der Arzt schildert, wie er in vergleichbaren Fällen regelmäßig vorgeht (OLG Dresden, Beschluss vom 14.09.2017, Az. 4 U 975/17).

In der anwaltlichen Beratung ist es daher immer wieder auch für Ärzte empfehlenswert, typische Behandlungsverläufe zumindest dem Grunde nach zu dokumentieren, diese können sodann im Rahmen einer Parteianhörung zur Darlegung des routinemäßigen Verhaltens zumindest die Vermutung des § 630 h Abs. 3 BGB widerlegen. Hierzu bedarf es natürlich der entsprechenden Antragstellung auf Parteianhörung.