Zu Beginn des Jahres 2012 durchsuchten 450 Zollbeamte Logistikzentren, Büros und Privatwohnungen von Verantwortlichen des Supermarktbetreibers Netto. Grund war ein Anfangsverdacht auf illegale Scheinwerkverträge in den Logistikhallen der
SP-Warenhauskette.

Knapp zwei Jahre später nach der Razzia hat sich Nettomarken-Discount und die Staatsanwaltschaft Regensburg auf die Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung in Millionenhöhe geeinigt. Das Handelsblatt berichtete am 21.05.2014, dass Netto 4,4 Mio. € an die Staatskasse überwiesen habe. Nach Einschätzungen der Staatsanwaltschaft soll diese Summe dem Betrag entsprechen, die Nettomarken-Discount durch illegale Werkverträge im Vergleich zu den höheren Tariflöhnen unzulässig eingespart haben soll. Den durch die Scheinwerkverträge den Sozialversicherungen entstandenen Schaden soll Netto laut Handelsblatt ebenfalls bereits wieder gut gemacht haben. Hier ist die Sprache von einer Zahlung von 3,1 Mio. €.

In dem Verfahren, das nun ohne eine gerichtliche Aufarbeitung sein Ende gefunden hat, ging es konkret um Lagerarbeiter, die über sogenannte Werkverträge in 19 Netto-Warenverteilerzentren zwischen 2007 und 2013 eingesetzt worden. Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft lagen jedoch keine Werkverträge vor, die tatsächliche Praxis sei eine gelebte Arbeitnehmerüberlassung gewesen. In ihrer Stellungnahme schreibt die Staatsanwaltschaft, dass die tatsächlichen Beschäftigungsverhältnisse nicht dem Inhalt der von Netto geschlossenen Werkverträgen entsprachen und Netto auf die Arbeitnehmer der Supermarktunternehmen den gleichen Einfluss ausüben konnte, wie auf die eigenen Beschäftigten.