Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern, Urteil vom 22.01.2015. Az. 5 Sa 89/14

Die nach Äußerung eines Abkehrwillens sofort erfolgte Einstellung eines Nachfolgers rechtfertigt nicht die Kündigung des Arbeitnehmers.

Eine Ausnahme von diesem Grundsatz könne nach Auffassung des LAG Mecklenburg-Vorpommern nur dann bestehen, wenn der Arbeitgeber nach deutlicher Äußerung des Abkehrwillens jederzeit mit dem Gehen des Arbeitnehmers rechnen musste und der Arbeitgeber aus diesem Grund gezwungen war, sich sofort einen konkreten und auf dem Arbeitsmarkt aktuell verfügbaren Ersatzarbeitnehmer zu sichern, weil es dem Arbeitgeber aufgrund der besonderen Lage des Arbeitsmarktes nicht zumutbar gewesen wäre, erst nach Vorlegen der Kündigung des Arbeitnehmers nach einem Nachfolger zu suchen.

Erforderlich sei, dass Arbeitnehmer in dem jeweiligen Berufszweig besonders schwer zu finden seien und der fragliche Nachfolger auch nur jetzt aber voraussichtlich später nicht mehr zur Verfügung steht.