Landesarbeitsgericht Hessen, Urteil vom 05.08.2013, Az. 7 Sa 1060/10

Der Kläger des Rechtsstreits war seit dem 01.01.2009 bei der Beklagten, einem Unternehmen der EDV-Branche, als Account-Manager beschäftigt. Der Kläger hat von seinem Benutzer-Account im Betrieb eigene Dateien gelöscht sowie weitere Objekte,
nämlich Kontakte, Emails, Aufgaben und Termine. Hintergrund waren laufende Verhandlungen der Parteien um die Abänderung bzw. Aufhebung seines Arbeitsvertrages. Nach Entdeckung kündigte der Arbeitgeber fristlos, hilfsweise ordentlich. Das Arbeitsgericht hielt nur die ordentliche Kündigung für gerechtfertigt. Das LAG Hessen war dagegen der Auffassung, das Fehlverhalten des Klägers rechtfertige die fristlose Kündigung. Die umfangreiche Datenlöschung habe das Vertrauen in die Integrität des Klägers vollständig zerstört. Die Daten stünden in der Verfügungsmacht des Arbeitgebers. Eine eigenmächtige Löschung durch den Arbeitnehmer mit den sich daraus ergebenden internen Problemen und gegenüber Kunden sei ein so erheblicher Verstoß gegen selbstverständliche Nebenpflichten aus dem Arbeitsvertrag, dass die sofortige Beendigung des Arbeitsverhältnisses gerechtfertigt sei. Auch eine Abmahnung, die in der Regel einer Kündigung aus verhaltensbedingten Gründen vorangehen muss, sei hier nicht notwendig gewesen. Der Kläger habe genau gewusst, dass die Löschung der Daten vom Arbeitgeber auf keinen Fall hingenommen würde. Die Revision zum BAG wurde nicht zugelassen.