Der ärztliche Leiter eines vertragsärztlichen MVZ muss der Satzungsgewalt der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung unterliegen und deshalb grundsätzlich wenigstens eine halbe Stelle innehaben.

In Medizinischen Versorgungszentren muss für jedes Fachgebiet wenigstens eine halbe Arztstelle zur Verfügung stehen (vgl. LSG München, Urt. v. 27.01.2016, AZ L 12 KA 69/14).

Vorliegend wurde darüber gestritten, ob und in welchem Umfang ein ärztlicher Leiter eines Medizinischen Versorgungszentrums tätig sein muss und, ob dieser auch Mitglied der Kassenärztlichen Vereinigung sein soll. Gem. § 77 Abs. 3 S. 2 SGB V ist Voraussetzung der Mitgliedschaft angestellter Ärzte in der für ihren Arztsitz zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung, dass diese mindestens 10 Stunden pro Woche beschäftigt sind, also über mehr als einen ¼-Versorgungsauftrag erfüllen. Ein 0,25-Versorgungsauftrag reicht hierfür nicht aus.

Da der ärztliche Leiter auch 20 Stunden am Ort der zu leitenden Stelle tätig sein muss, muss dieser Arzt auch mindestens Inhaber eines halben Versorgungsauftrages sein.

Gleichzeitig muss ein ärztlicher Leiter eines vertragsärztlichen Versorgungszentrums der Disziplinargewalt der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung unterliegen, was wiederum dessen Mitgliedschaft voraussetzt.

19.06.2018/W/jm