Kein Honorar bei fehlerhafter, zahnärztlich implantologischer Leistung, wenn die Nachbehandlung nur noch zu „Notlösungen“ führen kann

Der BGH hat mit Urteil vom 13.09.2018 festgehalten, dass auch der Zahnarzt bei einer Behandlung im Rahmen eines Behandlungsvertrages nur eine, den Allgemeinen Grundsätzen der zahnärztlichen Wissenschaft entsprechende Behandlung verspricht, aber nicht ein Gelingen selber. Vorliegend hatte die Patientin die Behandlung durch den Zahnarzt wegen anhaltender Beschwerden abgebrochen und sich von einem anderen Zahnarzt weiterbehandeln lassen. Hierbei stellte sich heraus, dass die Arbeiten des ersten Zahnarztes samt und sonders unter Verletzung des geschuldeten Facharztstandards erfolgten. Diese Fehler haben dazu geführt, dass die erbrachten implantologischen Leistungen für den Patienten ohne Interesse im Sinne von § 628 Abs. 1 S. 2 BGB sind.

Hier konnte der nachbehandelnde Zahnarzt nicht mehr auf den Leistungen des vorbehandelnden Zahnarztes aufbauen.

Vor diesem Hintergrund war die gesamte Leistung ohne Interesse und nutzlos. Der Patient war daher nicht zur Zahlung des Zahnarzthonorars verpflichtet.

Im Übrigen hat der BGH im Rahmen dessen auch festgehalten, dass eine nicht indizierte und unnötige Versorgung mit Keramikinlays ebenso wenig vergütungspflichtig ist.

BGH III ZR 249/16, Urteil vom 13.09.2018

Koblenz, den 14.09.2018 /sk

Gez. Wachendorf