Bundesgerichtshof, Urteil vom 18.02.2014, Az. II ZR 174/11

Der Austritt eines Gesellschafters aus der Gesellschaft hat weitreichende Folgen. Daher muss für eine Annahme der Austrittserklärung eines Gesellschafters durch die Gesellschaft der Annahmewillen der Gesellschaft mit hinreichender Deutlichkeit zum Ausdruck kommen. Erklärt die Gesellschaft die Austrittserklärung werde zu Kenntnis genommen, so liegt hierin weder eine Ablehnung noch eine Zustimmung zu der Austrittserklärung, vielmehr wird eine Entscheidung gerade vermieden.

Die Annahme eines Gesellschafteraustritts, der ohne wichtigen Grund erklärt wird, bewirkt, dass dem Gesellschafter eine Abfindung zu zahlen und sein Geschäftsanteil durch Einziehung oder Abtretung zu verwerten ist.

Wegen diesen weitrechenden Folgen muss der Annahmewille der Gesellschaft mit hinreichender Deutlichkeit zum Ausdruck kommen.

Dem genügt ein Schreiben, wonach die Annahmeerklärung „zur Kenntnis“ genommen wird gerade nicht.

Mit der schlichten Erklärung der Kenntnisnahme ist weder eine Ablehnung noch eine Zustimmung verbunden.

Eine Entscheidung für eine der beiden Optionen wird gerade vermieden.