Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass die Befristung des Arbeitsvertrages eines Lizenzspielers der 1. Fußball-Bundesliga aufgrund der Eigenart der Arbeitsleistung nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 TzBfG gerechtfertigt sei. Der Kläger war bei dem beklagten Verein, dessen 1. Mannschaft in der 1. Fußball-Bundesliga spielt, als Lizenzspieler in der Funktion des Torwarts beschäftigt. Der Arbeitsvertrag war befristet und enthielt eine Verlängerungsoption für ein weiteres Jahr unter der Voraussetzung des Einsatzes des Spielers in mindestens 23 Bundesligaspielen in einer Saison. Der Spieler wurde nur in 10 Bundesligaspielen eingesetzt.

Mit der Klage wollte der Spieler festgestellt wissen, dass das Arbeitsverhältnis nicht aufgrund der Befristung endet, hilfsweise das Arbeitsverhältnis sich durch Ausübung der Option um ein Jahr verlängert hat. Zudem hat der Spieler noch die Zahlung von Punkteinsatz- und Erfolgspunkteinsatzprämien geltend gemacht.

Das BAG hielt die Befristung des Arbeitsvertrages für gerechtfertigt. Die Eigenart der Arbeitsleitung könne die Befristungen des Arbeitsverhältnisses nur dann rechtfertigen, wenn die Arbeitsleitung Besonderheiten aufweist, aus denen sich ein berechtigtes Interesse der Parteien, insbesondere des Arbeitgebers ergibt, statt eines unbefristeten nur einen befristeten Arbeitsvertrag abzuschließen. Diese besonderen Umstände müssten das Interesse des Arbeitnehmers an der Begründung eines Dauerarbeitsverhältnisses überwiegen. Der Grundsatz, dass das unbefristete Arbeitsverhältnis der Normalfall und das befristete Arbeitsverhältnis die Ausnahme sei, gehe von der Annahme aus, dass ein Arbeitnehmer im Regelfall seinen Beruf bzw. seine Tätigkeit dauerhaft bis zum Rentenalter ausüben kann und der Arbeitsvertrag daher eine dauerhafte Existenzgrundlage bilden soll. Von einem Lizenzspieler würden sportliche Höchstleistungen erwartet und geschuldet. Solche sportlichen Höchstleistungen könne ein Lizenzspieler der 1. Bundesliga naturgemäß nicht dauerhaft bis zum Rentenalter, sondern nur für eine von vorne herein begrenzte Zeit erbringen. Aus der typischerweise fehlenden Möglichkeit eines Lizenzfußballspielers der      1. Bundesliga, die vertraglich geschuldete, für den Profifußballsport unerlässliche Höchstleistung dauerhaft erbringen zu können, resultiere ein berechtigtes Interesse der Vertragsparteien daran, statt eines unbefristeten Dauerarbeitsverhältnisses ein befristetes Arbeitsverhältnis zu begründen. Der Abschluss befristeter Arbeitsverträge diene auch den Interessen der Spieler. Der Sachgrund der Eigenart der Arbeitsleitung rechtfertige die Befristung eines Arbeitsvertrages im Bereich des Profifußballs nur bei solchen Arbeitnehmern, die sportliche Höchstleistungen schulden und deren Arbeitsleistung deshalb von vorne herein nur für eine begrenzte Zeit erbracht werden kann.

Der Kläger habe die Verlängerungsoption auch nicht ausüben können, da die Voraussetzungen für die Option nicht vorlagen. Der beklagte Verein habe den Einsatz des Klägers auch nicht treuwidrig vereitelt. Die Zahl der absolvierbaren Pflichtspiele stelle sich daher grundsätzlich lediglich als eine rechtlich nicht geschützte Chance des Spielers dar. Die Entscheidung des Trainers, den Kläger nicht zu weiteren Spielen heranzuziehen, sei auch nicht ermessensfehlerhaft, da sie aus sportlichen Gründen getroffen wurde.

Somit stünde dem Kläger wegen des unterbliebenen Einsatzes auch kein Anspruch auf Zahlung von Punkteinsatz- und Erfolgspunkteinsatzprämien zu.