Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 24.10.2013, Az. 2 AZR 1057/12

Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses gegenüber einem Arbeitnehmer, dessen Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder Unternehmen ohne Unterbrechung länger als sechs Monate bestanden hat, ist rechtsunwirksam, wenn sie sozial ungerechtfertigt ist.

Für den Beginn der Wartezeit von sechs Monaten ist der Zeitpunkt maßgebend, von dem ab die Arbeitsvertragsparteien ihre wechselseitigen Rechte und Pflichten begründen wollen.

Dies entspricht im Regelfall dem Zeitpunkt, in dem der Arbeitnehmer nach der vertraglichen Vereinbarung seine Arbeit aufnehmen soll.

Benennen die Arbeitsvertragsparteien ein bestimmtes Datum als den Tag „ab dem“ ein Arbeitnehmer eingestellt wurde, bedeutet dies regelmäßig, dass ab diesem Tag das Arbeitsverhältnis mit allen wechselseitigen Rechten und Pflichten beginnt.

Die sechsmonatige Wartezeit nach dem Kündigungsschutzgesetz endet auch dann nach Ablauf von sechs Monaten, wenn der letzte Tag auf einen Sonntag, einen allgemeinen Feiertag oder einen Sonnabend fällt. In diesen Fällen verschiebt sich das Fristende nicht auf den nächsten Werktag. § 193 BGB ist insoweit auf die Berechnung der Wartezeit nicht anwendbar.