Bestreiten des Inhalts eines Operationsberichts ist kein schlüssiger Behandlungsvorwurf. Alleine hieraus lassen sich keine beweisrechtlichen Konsequenzen zugunsten von Patienten herleiten. Die Bewertung, ob ein bestimmtes Vorgehen dem fachmedizinischen Standard entspricht, ist unter Hinzuziehung eines medizinischen Sachverständigen und nicht im Wege des Zeugenbeweises zu klären. Ein Arzt kann viel häufiger für Eingriffe routinierte Abläufe entwickeln und daher seine Aufklärungsübung anhand selbiger schildern. Dies ist bei der Beweiswürdigung zugunsten des Arztes zu berücksichtigen. Hingegen ist auch zu berücksichtigen, dass die Erinnerung eines Patienten an ein Aufklärungsgespräch in Anbetracht des meist erheblichen Zeitabstandes und der nicht seltenen Aufregung während und im Umfeld medizinischer Behandlungen häufiger getrübt ist. Die Bewertung, ob ein bestimmtes Vorgehen dem medizinischen Standard entspricht, ist unter Hinzuziehung eines medizinischen Sachverständigen und nicht im Wege des Zeugenbeweises zu klären (vgl. OLG Koblenz, Urt. v. 28.06.2017, AZ 5 U 61/17).