Landesarbeitsgericht Hamm, Vergleich vom 19.07.2011, Az. 14 Sa 1896/10

Ein Fußballtrainer, der gemäß seines schriftlichen Anstellungsvertrages als „Trainer“ eingestellt wird, hat keinen Anspruch darauf, ausschließlich als Cheftrainer für eine Mannschaft zu arbeiten. Erscheint der Trainer trotz Aufforderung des Vereins nicht mehr zur Arbeit, weil ein weiterer Trainer eingestellt wurde, kann dies als Arbeitsverweigerung gewertet werden, die zur Kündigung führen kann.

Der 45 Jahre alte Kläger wurde im Juli 2009 bei dem beklagten Verein in Siegen eingestellt. Er wurde als Trainer der 1. Mannschaft eingesetzt, die am Spielbetrieb der 5. Fußballliga teilnimmt. Bereits Ende Oktober 2009 stellte der beklagte Verein den Kläger von seiner Arbeitsverpflichtung frei und besetzte die Trainerstelle der 1. Mannschaft neu. Danach forderte der beklagte Verein den Kläger mehrfach erfolglos auf, zur Arbeit zu erscheinen. Der beklagte Verein mahnte den Kläger dreimal ab und sprach am 01.02.2010 eine fristlose Kündigung aus.

Der Verein stützte die Kündigung darauf, dass der Kläger unentschuldigt der Arbeit ferngeblieben sei. Der Kläger meinte dem gegenüber, er sei ausschließlich als Cheftrainer der 1. Mannschaft eingestellt worden. Eine andere Tätigkeit schulde er nicht. Den Aufforderungen, zur Arbeit zu erscheinen, sei er nicht nachgekommen, weil im Hinblick auf die Neubesetzung der Trainerstelle bei der 1. Mannschaft mit einer vertragsgemäßen Beschäftigung nicht zu rechnen gewesen sei.

Das Arbeitsgericht Siegen hat die Kündigungsschutzklage abgewiesen. Zur Begründung hat das Arbeitsgericht im Wesentlichen ausgeführt, der Kläger habe seine Arbeit beharrlich verweigert. Nach dem schriftlichen Arbeitsvertrag sei der Kläger als „Trainer“ eingestellt gewesen. Daher habe er keinen Anspruch darauf, ausschließlich als Trainer der 1. Mannschaft eingesetzt zu werden.

Im Berufungsverfahren vor dem Landesarbeitsgericht haben sich die Parteien auf eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses gegen Zahlung einer Abfindung verständigt.