Wer einen ärztlichen Eingriff vornimmt, muss dafür in ausreichendem Maße ausgestattet sein.

Bei der operativen Entfernung einer verschraubten Radiusplatte nach einer Handgelenksfraktur muss damit zu rechnen sein, dass es zu Komplikationen kommt, wonach sich eine Schraube mit der Platte verbunden haben kann und dann spezielle Instrumente erforderlich sind, um die festsitzende Schraube zu lösen.

Weil eine Operation wegen fehlenden Werkzeuges abgebrochen und später wiederholt werden musste, sprach das Gericht der Patientin in 2. Instanz ein Schmerzensgeld zu (vgl. OLG Karlsruhe, Urt. v. 13.12.2017, AZ 7 U 90/15).

Diese Rechtsprechung lässt sich auch auf andere Behandlungen im Grundsatz übertragen, wonach der eine spezielle geplante Behandlung durchführende Arzt hierfür hinreichend ausgestattet sein sollte, andernfalls ist der Patient an ein besser ausgestatteten anderen Arzt oder ausgestattetes Krankenhaus zu überweisen.