Der Verkauf eines Gesellschaftsanteils oder eines Unternehmens zum Ablauf des 31.12. führt auch bei Zahlung im Folgejahr (hier 04.01. des Folgejahres) dazu, dass der Kaufpreis im Vorjahr zu versteuern ist. In vorliegendem Fall hat das Finanzgericht festgehalten, dass auch bei der Klausel zum Ablauf des 31.12.2012 die steuerliche Realisierung im Jahre 2012 erfolgt sei und somit auch dort der Veräußerungsgewinn zu versteuern sei. Dies ungeachtet der Tatsache, dass der Kaufpreis erst am 04.01.2013 gezahlt wurde, Finanzgericht Nürnberg vom 04.04.2018 Az. 4 K 1453/16.

Bei Kaufverträgen ist es daher immer wichtig und notwendig, exakt zu formulieren, wann letztlich der steuerlich relevante Veräußerungszeitpunkt erfolgte, entweder am 01.01. eines Kalenderjahres oder am 31.12. des Vorjahres. Die Klausel zum Ablauf des 31.12. ändert nichts daran, dass der Gewinn im Vorjahr zur versteuern ist, ebenso wenig wie die Kaufpreiszahlung im Folgejahr. Die Verwendung einer Klausel mit diesem Datum, um ggf. Fördermittel aus dem laufenden Jahr zu sichern führt auch dazu, dass das Veräußerungsgeschäft im laufenden Jahr zu versteuern ist. Die steuerlichen Nachteile können so den Effekt der Förderung kompensieren.

Koblenz, den 20.08.18 /sk

Gez. DW